SGB II oder SGB XII? Unterschied erklärt

Grundsicherung im Alter Rechner 2026

Anspruch nach SGB XII berechnen — für Rentner und dauerhaft Erwerbsgeminderte. Renten, Wohnkosten, Freibeträge und Mehrbedarfe inklusive.

Haushalt

Wird voll angerechnet (außer Grundrenten-Freibetrag).

30 % bleiben frei (max. 281,50 €).

Voraussichtlicher Anspruch

Regelbedarf (Alleinstehend, RBS 1)
563
Kosten der Unterkunft (Kaltmiete + NK)
500
Heizkosten
80
GESAMTBEDARF
1.143
Gesetzliche Rente
-850
GRUNDSICHERUNG IM ALTER (voraussichtlich)
293
  • 💡 Vermögensfreibetrag: 10.000 € pro Person (§90 SGB XII).
  • 💡 Deine Kinder werden für deine Grundsicherung nur herangezogen, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen über 100.000 € liegt (§94 Abs. 1a SGB XII, Angehörigen-Entlastungsgesetz).
  • 💡 Antrag beim Sozialamt deiner Gemeinde — nicht beim Jobcenter.
⚠️ Orientierungsrechner — kein Rechtsrat. Die Grundsicherung im Alter berechnet das Sozialamt individuell.

Wer hat Anspruch auf Grundsicherung im Alter?

Anspruch haben Personen ab der Regelaltersgrenze sowie dauerhaft voll Erwerbsgeminderte (ab 18 Jahren), die hilfebedürftig sind und ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Anders als beim Bürgergeld (SGB II) ist hier nicht das Jobcenter, sondern das Sozialamt zuständig. Renten werden voll angerechnet — einen Erwerbstätigen-Freibetrag wie beim Bürgergeld gibt es nicht.

Müssen meine Kinder zahlen?

Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz (2020) werden unterhaltspflichtige Kinder nur dann herangezogen, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen 100.000 € übersteigt (§94 Abs. 1a SGB XII). Das Sozialamt vermutet, dass dies nicht der Fall ist, und fragt das Einkommen der Kinder in der Regel gar nicht ab. Die Sorge „meine Kinder müssen für mich zahlen" ist damit für die allermeisten unbegründet.

Grundsicherung oder Wohngeld — was ist günstiger?

Wohngeld bezuschusst nur die Miete und setzt ein Mindesteinkommen voraus; die Grundsicherung deckt den gesamten Lebensunterhalt. Liegt deine Rente nur knapp unter dem Bedarf, kann Wohngeld plus Rente am Ende mehr übrig lassen, weil Wohngeld nicht den vollen Selbstbehalt anrechnet. Liegt die Rente deutlich unter dem Bedarf, ist die Grundsicherung die richtige Leistung. Im Zweifel beide Wege prüfen.

Häufige Fragen

Wer bekommt Grundsicherung im Alter?

Anspruch haben Personen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben (Rentenalter) oder dauerhaft voll erwerbsgemindert sind, ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben und ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen decken können. Zuständig ist das Sozialamt, nicht das Jobcenter.

Wie hoch ist die Grundsicherung 2026?

Sie setzt sich zusammen aus dem Regelbedarf (563 € für Alleinstehende, identisch zum Bürgergeld), den tatsächlichen angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung sowie etwaigen Mehrbedarfen. Davon wird das anrechenbare Einkommen — vor allem Renten — abgezogen.

Müssen meine Kinder für meine Grundsicherung zahlen?

In aller Regel nicht. Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz (§94 Abs. 1a SGB XII) werden Kinder nur herangezogen, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen über 100.000 € liegt. Das Sozialamt geht zunächst davon aus, dass dies nicht der Fall ist.

Was ist der Unterschied zu Wohngeld?

Wohngeld ist ein Zuschuss nur zu den Wohnkosten und setzt ein gewisses eigenes Einkommen voraus. Die Grundsicherung deckt den gesamten Lebensunterhalt (Regelbedarf + Wohnen). Wer mit Rente knapp über dem Grundsicherungsbedarf liegt, fährt mit Wohngeld oft besser — darunter ist die Grundsicherung die richtige Leistung.

Wie viel Vermögen darf ich haben?

Der Vermögensfreibetrag liegt bei 10.000 € pro Person (Paare: 20.000 €), §90 SGB XII. Anders als beim neuen Bürgergeld gilt für Grundsicherungsbeziehende keine altersabhängige Staffelung. Ein selbst bewohntes angemessenes Eigenheim bleibt in der Regel geschützt.

Wird die Grundrente angerechnet?

Renten werden grundsätzlich voll angerechnet. Wer mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten hat, profitiert aber vom Grundrentenfreibetrag (§82a SGB XII): 100 € plus 30 % des übersteigenden Betrags bleiben anrechnungsfrei, höchstens 281,50 € (2026).

Wo beantrage ich Grundsicherung im Alter?

Beim Sozialamt deiner Stadt oder Gemeinde — nicht beim Jobcenter. Den Antrag kannst du formlos stellen; das Sozialamt prüft dann Einkommen, Vermögen und Wohnkosten.

Bekomme ich Grundsicherung auch mit Eigentumswohnung?

Ein selbst genutztes, angemessenes Hausgrundstück oder eine Eigentumswohnung zählt nach §90 Abs. 2 SGB XII zum Schonvermögen und muss nicht verwertet werden. Maßgeblich sind Größe und Wert im Verhältnis zur Haushaltsgröße.

Verwandte Rechner

Berechnung nach SGB XII (Stand 2026). Orientierungsrechner — kein Rechtsrat. Verbindlich entscheidet das Sozialamt.